Über den Kurs “Die Welt der kleinen Dinge” der 17. Internationalen Dresdner Sommerakademie für Bildende Kunst, 2014

DSC09883Die meisten Menschen möchten „große Dinge” fotografieren – Städte, Landschaften, Häuser, Stillleben… Dabei bestehen solche „großen Bilder“ aus unzähligen winzigen Einheiten: kleinere Gegenstände oder Materialien, Licht- und Schattenflecken, Tau- und Regentropfen, unscheinbare Teilchen. Es sind genau diese scheinbaren Kleinigkeiten, die ich suche. Diese kleinen Dinge zu entdecken, ist eine künstlerische Konzentrationsübung. „Das Fotografieren ist einfach, nur das Sehen ist schwer“ – unter dieses Motto stellte ich kürzlich meine Ausstellung „Silence-Stille“.

Gemeinsam wollen wir unspektakuläre Objekte in Natur und Alltag aufspüren und unsere Wahrnehmung für ihre Bedeutung und Schönheit sensibilisieren. Wir arbeiten in Schwarzweiß oder Farbe, je nachdem, was die Einzigartigkeit unserer Entdeckungen, das Eigenleben der Dinge am besten unterstreicht. Wir experimentieren mit Langzeitbelichtungen und Bewegungen. Dadurch machen wir mit der Kamera weit mehr sichtbar als unsere Augen erfassen. Wir öffnen für uns selbst, aber auch für die Betrachter, neue Welten. Die Kamera ist dabei wie ein Musikinstrument, dem man immer neue Tonfolgen entlockt.

Ich selbst fotografiere überwiegend mit einer manuell bedienbaren Kamera, oft sogar mit Rollfilm und Makroobjektiv. In diese Techniken möchte ich Sie einweihen, wenn wir uns in den Kosmos der kleinen Dinge vertiefen – als Gegenentwurf zu der Bildüberflutung unserer Zeit. Lassen Sie uns gemeinsam experimentieren, komponieren und unserer Phantasie freien Lauf geben.

Eliška Bartek